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Was ist Judo?

Grundinformationen

Harai-Goshi, demonstriert von Trainerin Alexandra Degener
Alexandra Degener zeigt Harai-Goshi
Wer etwas über die Geschichte des Judo und anderer Wege des Japanischen Kampfsportes erfahren will, wird sich zuerst mit den traditionellen Formen auseinandersetzen müssen, aus denen alle heutigen Formen hervorgegangen sind. Einer der Vorfahren ist das Ju-Jutsu, das wiederum aus dem Jiu-Jitsu entstand. Dieses etwickelte sich aus der Notwendigkeit, dass die Palastwachen des Japanischen Kaisers keine Waffen tragen durften. Aus dieser Notwendigkeit und Vorsichtsmaßnahme entwickelte sich erstmals ein waffenloser Kampfstil, der in der heutigen Zeit nicht mehr zum Angriff sondern stets zur Verteidigung eingesetzt wird.

Japanisch "Judo"

Haltegriff Kuzure-Kesa-Gatame
Haltegriff Kuzure-Kesa-Gatame
Aus diesem traditionellen Stil haben sich heute viele Formen herausgebildet, die sich alle meist auf einen Teil der Gesamtheit der traditionellen Formen beschränken. Die wichtigste Technik haben jedoch alle gemein; das Fallen (Ukemi) um ein Beispiel zu nennen, auch im traditionellen Auftreten findet auch der Laie schnell viele Gemeinsamkeiten die unverkennbar sind, von der Nomenklatur der Techniken bis zum Traditionellen An- und Abgrüßen beim Training. Auch wenn viele Grundprinzipien heute verloren gegangen sind und durch den Wettkampforientierten Charakter einiger Budo-Formen gestört sind so gelten auch heute die Grundregeln die von den Begründern der einzelnen Formen als oberste Gebote ins Leben gerufen wurden.
Wie ein Gebot von Jigoro Kano, dem Begründer des Judo : "Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben". Dieses schließt auch die höchste Achtung vor dem Partner und dessen körperlichen Wohlbefinden mit ein, ein Prinzip das bei vielen Wettkämpfen scheinbar vergessen wird, aber den eigentlichen Sinn des Judo Ausmacht "Sanfter Weg". Andere verbreitete und weniger verbreitete Formen sind Aikido, Judo, Ju-Jutsu, Karate, InYoRyu, Teak-Won-Do und Jiu-Jitsu; das Ju-Jutsu stellt zusammen mit dem Jiu-Jitsu eine der traditionellsten Formen dar, da hier noch oder besser wieder alle Wege zusammengeführt wurden.

Jigoro Kano

Statue von Jigoro Kano
Statue: Jigoro Kano
Sensei Jigoro Kano wurde am 28. Oktober 1860 in einem Dorf namens Mikage geboren, dieses verließ er 1871 und zog mit seiner Familie nach Tokyo. Hier studierte er an der Imperial Universität und promovierte in Philosophie und Politikwissenschaften.
Jigoro Kano
Jigoro Kano
Er wurde Professor für Nobilität und bekam auch später viele hochangestellte Positionen. Aufgrund seiner geringen Größe und Masse wollte Kano seinen Studienkolegen in nichts nachstehen und beschloss, um seine Nachteile auszugleichen, JuJutsu zu erlernen.
Dieses stellte sich für ihn jedoch als ziemlich schwierig heraus, da er zuerst keine Schule fand um dort zu lernen;aufgenommen wurde er dann schließlich von Sensei Teinosuke Yagi, dieser war bereit ihn zu trainieren. In seinem weiteren Training trainierte Jigoro noch mit Sensei Hachinosuke Fukuda und Sensei Masatomo Iso, beide Meister des Tenshin Shinyo Ryu.

Eisho Tempel - Kanos erstes Dojo

Eisho Tempel
Eisho Tempel
Die Richtung Kito Ryu studierte er bei Sensei Tsunetoshi Ikubo, dieser mußte jedoch mit der Zeit Kano gestehen, dass Kano bereits zu wissend sei, als das er ihn noch weiter unterrichten könnte. Mit 22 Jahren eröffnete Kano, nun Sensei, sein erstes eigenes Dojo, dass er den Kodokan nannte und begann dort seinen Weg den Weg des Ju-Do zu unterrichten.

Er begann zunächst im Jahr 1882 mit neun Leuten zu trainieren, Tomita Tsunejiro, Nakajima, Higuchi Seiko, Matsuoka, Amano Mai, Arima Junshin, Yokoyama Sakujiro, Yasashita Yoshaiki und Saigo Shiro welcher sein bester Schüler werden sollte. Jigoros Dojo mit zwölf Tatamis lag im Eisho Tempel.

Geschichte

Judoka
Judoka
Im Jahre 1938 erkrankte Kano an einer schweren Lungenentzündung und starb auch daran, er erkrankte auf einer langen Reise von Cairo über America nach Japan auf dem Rückweg einer Sitzung des Olympischen Komitees. Judo hatte im olympischen Sinne einige Probleme, anerkannt zu werden, da es immer wieder in die Ecke des harten JuJutsu gerückt wurde, doch wurde schließlich doch akzeptiert. Doch auch von der Seite der JuJutsu Meister wuchs das Interesse an dem neuen Weg des Kano, der berühmte Sensei Hikosuke Totsuka interessierte sich sehr für Judo und die Rivalitäten zwischen Kanos Ju-Do undHikosukes schule wuchsen.
Wer technisch überlegen war sollte sich auf einem Turnier organisiert von der Tokyoter Polizei herausstellen, dieses Gewann der Kodokan und damit der Weg des Ju-Do klar mit dreizen Siegen und zwei unentschieden. Nach diesem Sieg stellte sich heraus, dass der Weg des Judo allen anderen Wegen und allen JuJutsu Schulen überlegen war.
Etwa gegen 1887 perfektionierte Kano seine Techniken und 1922 seine Spirituellen Wege, es wurde eine Kulturelle Bewegung des Kodokan gegründet, mit der Maxime der "Maximalen Effektivität, Gegenseitigen Achtung und Wohlergehen".

Dieses Prinzip sollte auch heute noch im Judo vorherrschen, scheint aber von vielen Turnierkämpfern vergessen zu werden.

Ein Weg zur Gewandtheit....

Der erste Judo-Verein, der 1918 von Gunji Koizumi (1885-1965) in London gegründet wurde, kann gut als Ausgangspunkt für die Verbreitung des Judo in Europa betrachtet werden. Mit seiner Gründung verbreitete sich diese neue Sportart über ganz Europa, bis 1951 bereits die ersten Europameisterschaften und wenig später 1956 die ersten Weltmeisterschaften stattfanden. Als eigentliche Sportart gibt es Judo also in Deutschland erst seit knapp 50 Jahren. Die Wurzeln dieses japanischen Kampfsystems liegen im Jujutsu und wurden von Professor Jigoro Kano dem Geistigen Vater des Judo weiterentwickelt. Mit 23 Jahren gründete Kano eine eigene Ju-Jutsu Schule und nannte die Disziplin die er unter richtete, Judo. Er maß dem Judo einen stark erzieherischen Aspekt bei und setzte seine Schwerpunkte auf das Körperliche Training, die Selbstverteidigung und die Selbstbeherschung.

Ju-Jutsu

Ju Jutsu wurde um die Jahrhundertwende unter dem namen Jiu Jitsu in Europa eingeführt. Die Techniken aus dem japanischen Ju Jutsu vermengten sich mit europäischen Box und Ringertechniken, so daß von dem ursprünglichen System nur wenig übrig blieb. Das JiuJitsu wurde später, angeregt durch den Kodokan, reformiert und in den früheren Namen umbenannt. Im JuJutsu finden sich Techniken aus andern Budo-Disziplinen wieder.

Prinzipien und Techniken

JuJutsu ist eine Synthese aus Aikido,Judo und Karate.
Der Übende bekommt die Prinzipien des Judo, Aikido und Karate vermittelt.

Judo

Siegen durch Nachgenben: stoße, wenn du gezogen wirst und ziehe wenn du gestoßen wirst.

Aikido

Gegner in Drehbewegung hineinbringen, um ihn mittels Zentrifugalkraft aus dem Gleichgewicht zu bringen und dann zu werfen.

Prinzipien und Techniken

Schlag-, Stoß- und Tritttechniken wurden aus dem modernen Judo entfernt, um Wettkämpfe ohne Verletzungsgefahr für die Sportler zu garantieren.

Training

Der Sanfte Weg
Der Sanfte Weg
Die körperlichen Voraussetzungen , die man zum Judo mitbringen muß sind gering. Kondition, Kraft und Gewandheit werden während des Trainings erworben. Das Training hat spielerischen und wettkampfmäßigen Charakter, so dass die Einsatzfreude immer groß bleibt. Der erzieherische Aspekt für Kinder ist sehr hoch. Über das köperliche Training heraus werden Charaktereigenschaften wie Mut, Selbstdisziplin, Kontaktfreudigkeit, Selbstsicherheit und Friedfertigkeit verstärkt und entwickelt. Alle Trainer achten während des Unterrichts darauf, dass Höflichkeit und Disziplin dem Partner gegenüber gewahrt wird.

Judo kann in jedem Alter gelernt und praktiziert werden.